Vom 28. September bis 2. Oktober 2026 findet in Mailand der 62. Jahreskongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD) statt, einer der weltweit größten Kongresse der Diabetesforschung. Auch in diesem Jahr ist das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) mit zahlreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor Ort und bringt sich mit sieben eingeladenen Vorträgen und sechs Kurzvorträgen in das wissenschaftliche Programm ein. In elf weiteren Vorträgen übernehmen DDZ-Forschende die Rolle des Chairs.
Diabetes und seine Folgeerkrankungen werden auf der EASD in Mailand von DDZ-Forschenden aus vielen Blickwinkeln beleuchtet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Beiträgen zur Fettlebererkrankung (MASLD) und ihrer entzündlichen Form MASH. Prof. Michael Roden, Wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher des Vorstands des DDZ sowie Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, ordnet in seinen Vorträgen die MASLD als Erkrankung mit Auswirkungen weit über die Leber hinaus ein und beleuchtet den Transfer neu zugelassener MASH-Therapien in die klinische Praxis.

Ein weiterer Vortrag widmet sich der Rolle der Gewichtsreduktion in der Behandlung der MASLD und zeigt, gestützt auf klinische und mechanistische Studiendaten, dass blutglukosesenkende Medikamente wie GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT2-Inhibitoren auch über die reine Gewichtsabnahme hinaus wirken. Ein Kurzvortrag auf Basis neuer Daten aus der Deutschen Diabetes-Studie stellt eine Analyse vor, die untersucht hat, wie sich Körperfettanteil und fettfreie Körpermasse auf den Leberfettgehalt und die Insulinsensitivität bei Menschen mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes auswirken.
Entzündung und Umweltfaktoren als Risikotreiber
Zwei weitere Beiträge rücken Entzündungsprozesse und Umwelteinflüsse als Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes und seine Folgeerkrankungen in den Blick. Daten der Deutschen Diabetes-Studie zeigen, dass diabetesbedingte Folgeschäden teils schon bei Diagnosestellung vorliegen können. Ein Vortrag zu Entzündungen als Prognosefaktor für Typ-2-Diabetes und dessen Komplikationen verdeutlichen, dass Entzündungs-Biomarker die Risikovorhersage verbessern können, allerdings bislang in geringem bis moderatem Maße. Für den klinischen Einsatz reichen die Daten derzeit noch nicht aus. Perspektivisch stellt sich in der Präzisionsmedizin die Frage, ob sich über solche Biomarker künftig Personen identifizieren lassen, die besonders von entzündungshemmenden Therapieansätzen profitieren könnten – eine Fragestellung, an der das DDZ intensiv forscht.
Ein weiterer Kurzvortrag widmet sich dem Thema Luftverschmutzung. Vorgestellt wird eine aktuelle Studie des DDZ, die untersucht hat, wie eine dauerhafte Belastung mit Luftschadstoffen mit der Körperfettverteilung bei Menschen mit Typ-2- und Typ-1-Diabetes zusammenhängt.
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