Weltdiabetes-Tag 2021: Deutsches Diabetes-Zentrum fordert Politik zum Handeln auf

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2021 fand der mittlerweile 30. Weltdiabetes-Tag statt. In dessen Rahmen wurde in Düsseldorf nicht nur ein Gesundheitsmarkt mit Illumination bedeutender Monumente eröffnet, sondern das Deutsche Diabetes-Zentrum diskutierte auch in einer Pressekonferenz mit dem Gesundheitsminister von NRW über die Folgen und Lösungen zu den ansteigenden Diabetes-Zahlen.

Düsseldorf (DDZ) – Der Weltdiabetes-Tag am 14. November stand in diesem Jahr im Zeichen des 100-jährigen Jubiläums der Entdeckung des Insulins durch Frederick Banting und Charles Best. Doch trotz zahlreicher weiterer Innovationen in der Forschung ist Diabetes weltweit auf dem Vormarsch. Laut des International Diabetes Federation Atlas liegt die weltweite Anzahl der Menschen mit Diabetes derzeit bei knapp 540 Millionen. Für 2045 wird ein Anstieg auf 784 Millionen prognostiziert. Auch in Deutschland steigen die Zahlen laut neuster Schätzungen mit rund 600.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Der Weltdiabetes-Tag wird daher genutzt, um auf die daraus resultierenden Herausforderungen für die Gesellschaft aufmerksam zu machen.

Am 12. November fand aus diesem Grund im Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales von Nordrhein-Westfalen eine Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann statt – gemeinsam mit dem Vorstand des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ), Prof. Dr. Michael Roden, und Norbert Kuster, Geschäftsführer des NRW-Landesverbandes der Deutschen Diabetes-Hilfe, sowie Dr. Olaf Spörkel, Leiter des Nationalen Diabetes-Informationszentrums und Dr. Jolanta Schottenfeld-Naor von der Diabetes-Schwerpunktpraxis Düsseldorf. Auf der Pressekonferenz nannte Prof. Roden den Diabetes eine epidemische und potentiell tödliche Krankheit. „Menschen mit Diabetes haben ein höheres Risiko für einen schlechteren Verlauf der Corona-Infektion. Desweitern kann es während der Pandemie zu einem eingeschränkten Zugang zur Regelversorgung des Diabetes kommen“, erklärte Prof. Roden, der auch Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Univ. Klinikum Düsseldorf ist. Er sieht aber Ansätze, die Versorgung zu optimieren, z. B. durch eine stärkere Kopplung von Forschung und Versorgung und intensive fachübergreifende Zusammenarbeit. Als konkretes Beispiel führte er das CARDDIAB an, wo kardiologische und diabetologische Forschung am Universitätsklinikum Düsseldorf in Zukunft zusammengeführt werden. „Es gibt jedoch auch dringenden Handlungsbedarf, wie beispielsweise den Mangel an universitären Fachabteilungen und Fachärzten“, erläuterte Prof. Roden und fuhr fort, „seit 2000 ist die Zahl der Lehrstühle der Diabetologie von 17 auf heute gerade mal sieben zurückgegangen.“

In Angesicht dieser Berichte kündigte Gesundheitsminister Laumann an, dass er sich in der Gesundheitsminister-Konferenz um einen verbindlichen Zeitplan für eine deutschlandweite Diabetesstrategie einsetzen wird. Bis es auf Bundesebene zu konkreten Maßnahmen kommt, versucht das DDZ mit seinen Partnern und anderen Institutionen die Öffentlichkeit weiter für das Thema zu sensibilisieren und die Präventionsangebote auszubauen. Dies konnten die Bürgerinnen und Bürger von Düsseldorf am Weltdiabetes-Tag auch direkt live erfahren, da das DDZ in Zusammenarbeit mit der Deutschen Diabetes-Hilfe einen Gesundheitsmarkt mit Schwerpunkt Diabetes auf dem Burgplatz organisierte. Höhepunkt der Veranstaltung war der Besuch des regierenden Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt, Dr. Stephan Keller, der gemeinsam mit dem Vorstand des DDZ auf einen roten Buzzer drückte und damit eine Illumination einläutete: Bekannte Institutionen am Rheinufer, wie die Tonhalle, der Fernsehturm oder das Riesenrad wurden daraufhin blau angestrahlt. Die Aktion war Teil der weltweiten Blue Monument Challenge, mit der auf die steigenden Diabetes-Zahlen aufmerksam gemacht werden sollte.


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