Beim diesjährigen Kongress der Central European Diabetes Association (CEDA) in Düsseldorf wurden zwei Auszeichnungen der Anna Wunderlich und Ernst Jühling-Stiftung vergeben: Der Jühling Prize – erstmals überhaupt verliehen – ging an den CEDA-Präsidenten und Neuropathie-Experten Prof. Dr. Péter Kempler von der Semmelweis Universität Budapest in Ungarn. Den Jühling Award erhielten Dr. Sevgican Yilmaz vom Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) und Nika Atanelov vom Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD). Der CEDA-Kongress ist einer der wichtigsten Plattformen für den wissenschaftlichen Austausch in Zentral-, Ost- und Südosteuropa.
Die Anna Wunderlich und Ernst Jühling-Stiftung zur Förderung der Diabetesforschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) hat in diesem Jahr ihr Auszeichnungsprogramm um einen neuen Preis erweitert. Der Jühling Prize wird künftig jährlich an Forschende vergeben, die sich durch herausragende Beiträge zur Diabetologie und Stoffwechselforschung in Zusammenarbeit mit HHU und dem DDZ verdient gemacht haben. „Der Jühling Prize stellt ein wissenschaftliches Lebenswerk in den Mittelpunkt, das ist eine wichtige Erweiterung des Fördergedankens der Jühling-Stiftung”, betont Prof. Michael Roden, Vorsitzender des Kuratoriums der Anna Wunderlich und Ernst Jühling-Stiftung, Wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher des Vorstands des DDZ sowie Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf.
Erster Träger des Jühling Prize ist Péter Kempler, Professor am Department für Innere Medizin und Onkologie der Semmelweis Universität Budapest in Ungarn, der den Jühling Prize für seine herausragende Forschung auf dem Gebiet der diabetischen Neuropathie erhält. Kempler forscht seit mehreren Jahrzehnten schwerpunktmäßig zur diabetischen Neuropathie – einer Nervenschädigung als häufige Folgeerkrankung des Diabetes – und zählt zu den international führenden Experten auf diesem Gebiet. Von 2022 bis zum diesjährigen CEDA-Kongress war Kempler Präsident der CEDA, von 2016 bis 2021 war er Präsident der Ungarischen Diabetes Gesellschaft und ist aktuell deren Vize-Präsident. Seit 1992 gehört er der Diabetic Neuropathy Study Group (NEUROdiab) und war von 2018 bis 2021 deren Präsident. Zudem war er Mitglied der Toronto Consensus Group, die bis heute gültige Diagnose- und Therapiekriterien für die Neuropathie erarbeitet. In den vergangenen 20 Jahren erhielt Kempler zahlreiche wissenschaftliche Auszeichnungen, darunter der Hetényi Géza Award und der staatliche ungarische Batthyány-Strattmann László Award.

„Seit mehr als vier Jahrzehnten widmet sich Péter Kempler der diabetischen Neuropathie und hat damit das Leben unzähliger Menschen mit Diabetes und Neuropathie verbessert. Unter anderem belegte er den Zusammenhang zwischen kardiovaskulären Risikofaktoren und autonomer Neuropathie und zeigte, dass autonome und sensorische Neuropathie das Sterberisiko unabhängig voneinander erhöhen“, betont Prof. Roden, der die CEDA 2026 als Kongresspräsident geleitet hat. Im Rahmen der Veranstaltung hielt Prof. Kempler die Jühling Lecture zum Thema „A Short Journey to No Man’s Land“ – mit einem Rückblick auf vier Jahrzehnte Neuropathieforschung.
Jühling Award für Forschung zu Zellstress und Insulinresistenz
Den projektbezogenen Jühling Award für Nachwuchsforschende erhielten Dr. Sevgican Yilmaz (Institut für Klinische Diabetologie, DDZ) und Nika Atanelov (Institut für Biochemie und Molekularbiologie I, UKD) für ihr Projekt zur Rolle mitochondrialer Dysfunktion in Leberzellen bei der Entstehung von Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes.

Die Forschenden untersuchen, wie Stress im endoplasmatischen Retikulum, einer zentralen Produktions- und Qualitätskontrolleinheit der Zelle, die Funktion der mitochondrialen Energiekraftwerke schädigt und damit zu diesen Stoffwechselerkrankungen beitragen kann. Der Jühling Award zeichnet seit 2021 interdisziplinäre, institutsübergreifende Teams aus DDZ und HHU für innovative Projekte in der Erforschung von Diabetes und seinen Folgeerkrankungen aus und ist mit einer Fördersumme von 10.000 Euro dotiert.
Über die Anna Wunderlich und Ernst Jühling-Stiftung
Die Anna Wunderlich und Ernst Jühling-Stiftung fördert die Diabetesforschung an der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und dem DDZ. Die Stiftung geht auf den letzten Willen von Dr. rer. nat. Liselotte Jühling (1904–1978) zurück; die HHU ist seit 2019 Treuhänderin. Seit 2021 vergibt die Stiftung den Jühling Award für besondere wissenschaftliche Leistungen in der Erforschung des Diabetes mellitus und seiner Folgeerkrankungen. 2026 wurde erstmals der Jühling Prize für herausragende Verdienste in der Diabetologie vergeben.
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