Dr. Oana-Patricia Zaharia mit dem Karl-Oberdisse-Preis 2025 ausgezeichnet

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Für ihre Arbeiten zur Rolle des Patatin-like phospholipase domain-containing 3 (PNPLA3) Gens für die Nierenfunktion bei Diabetes mellitus und dessen Subtypen erhielt die Wissenschaftlerin Dr. Oana-Patricia Zaharia den diesjährigen Karl-Oberdisse-Preis der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie.

Stoffwechselstörungen, insbesondere die metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD), früher nicht-alkoholische Fettlebererkrankung genannt, und Typ-2-Diabetes, sind mit einem erhöhten Risiko für chronische Nierenerkrankungen verbunden. Unklar war bisher, ob auch vererbte Faktoren zur Verschlechterung der Nierenfunktion beitragen. Vor diesem Hintergrund analysierten DDZ-Forschende die Daten von über 700 Teilnehmenden der Deutschen Diabetes-Studie (German Diabetes Study, GDS), um den Zusammenhang zwischen Leberfett, Nierenfunktion und genetischen Faktoren zu untersuchen. Die GDS ist eine vom DDZ initiierte und geleitete prospektive, multizentrische Studie, die den natürlichen Verlauf von Diabetes bei erwachsenen Menschen, bei denen die Erkrankung neu-diagnostiziert wurde, erforscht.

Kein direkter Effekt des PNPLA3-Gens auf die Nierenfunktion nachweisbar

Während das G-Allel des PNPLA3-Gens mit einer erhöhten Leberverfettung in Verbindung gebracht wird, konnte die Studie keinen direkten Effekt dieses Gens auf die Nierenfunktion nachweisen. „Wir sehen, dass Träger des G-Allels eine höhere Leberfettspeicherung haben und häufiger eine reduzierte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) aufweisen, ohne dass jedoch ein direkter Effekt auf die Nierenfunktion nachweisbar ist.“, erläutert Erstautorin Dr. Oana-Patricia Zaharia.

Auf dem Weg zur Präzisionsmedizin

„Das DDZ trägt seit längerem wesentlich zu einer neuen Klassifizierung des Diabetes mellitus in Untergruppen oder Subtypen bei. Studien wie die preisgekrönte Arbeit von Frau Zaharia tragen dazu bei, betroffene Personen mit erhöhtem Risiko u. a. für Leber- und Nierenkomplikationen zu erkennen, um gezielter Prävention und Therapie im Rahmen der Präzisionsdiabetologie zu ermöglichen.“, betont Prof. Dr. Michael Roden, Wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher des Vorstands des DDZ und Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD).

Die Preisverleihung fand im Rahmen der 30. Jubiläumstagung der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie in Duisburg statt.

Karl-Oberdisse-Preis würdigt NRW-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler

Die Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie e.V. verleiht jährlich die Auszeichnung für die beste klinische oder experimentelle Arbeit auf dem Gebiet der Endokrinologie und Diabetologie. Bewerben können sich Ärztinnen/Ärzte oder Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler, die ihre Arbeit in wesentlichen Teilen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt haben. Prof. Dr. Karl Oberdisse (1903-2002), der Namensgeber des Preises, hat die deutsche Endokrinologie und Diabetologie maßgeblich beeinflusst. Er war Lehrstuhlinhaber für Innere Medizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und gründete 1965 das Diabetes-Forschungsinstitut (DFI) an der Universität Düsseldorf. Diese Einrichtung, die er von 1964 bis 1973 leitete, firmiert seit 2004 als Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ).

Zur Person:

Dr. Oana Patricia Zaharia studierte von 2009 bis 2015 Humanmedizin an der Universität für Medizin und Pharmazie Carol Davila in Bukarest. Während ihres Studiums absolvierte sie ein Erasmus-Studienjahr an der Universität Leipzig. Von 2016 bis 2020 war sie als Studienärztin im Institut für Klinische Diabetologie des Deutschen Diabetes-Zentrums tätig. Anschließend absolvierte sie ihre Weiterbildung zur Fachärztin für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie an der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie an der Universitätsklinik Düsseldorf bei Prof. Roden. Seitdem ist sie als Fachärztin und seit 2024 als Funktionsoberärztin an der Klinik tätig.

Im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Arbeiten befasst sie sich mit Stoffwechsel-Merkmalen bei Menschen, die neu mit einem Diabetes diagnostiziert wurden und untersucht die genetischen Unterschiede zwischen den Subtypen von Diabetes mellitus. 2018 wurde sie mit dem Förderpreis der Dr. Eickelberg-Stiftung für ihre Forschung zu einer Sonderform des Autoimmun-Diabetes ausgezeichnet. 2021 erhielt sie den Rising Star Award der EASD für ihre Arbeiten zu den Subtypen des Diabetes.

Über das DDZ:

Das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) versteht sich als deutsches Referenzzentrum zum Krankheitsbild Diabetes. Ziel ist es, einen Beitrag zur Verbesserung von Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten. Gleichzeitig soll die epidemiologische Datenlage in Deutschland verbessert werden. Federführend leitet das DDZ die multizentrisch aufgebaute Deutsche Diabetes-Studie. Es ist Ansprechpartner für alle Akteure im Gesundheitswesen, bereitet wissenschaftliche Informationen zum Diabetes mellitus auf und stellt sie der Öffentlichkeit zur Verfügung. Das DDZ gehört der „Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz“ (WGL) an und ist Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD e.V.).


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